[martin]![]() Einer, der auszog, das Fotografieren zu lernen. - - © 2009 InhaltFoto-Zitat"Für mich sind ein Photo und eine Zeichnung ein und dasselbe, keines hat Vorrang vor dem anderen ... Ich trenne das eine nicht vom anderen, ausser in Hinsicht auf das Werkzeug."
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Montag, 26. Juli 2010Die Dreifaltigkeit der Fotografie
Jeder von uns weiß, das man genug Licht braucht damit ein Foto nicht über- noch unterbelichtet ist. Doch wie die drei Begriffe Blende, Verschluß und ISO damit zusammenhängen, will ich euch heute kurz erklären.
Zur Vereinfachung stellt euch vor, wie ich Nachts ein Glas Wasser aus der Küche hole, um meinen Durst zu stillen. Dabei ist das Wasser das Licht und ich bin die Kamera.
Als erstes dreh ich den Wasserhahn auf. Jedoch ist der Wasserdruck so hoch, das es nach allen Seiten spritzt. Nun ja, jetzt bin ich wenigstens wach. Vieleicht doch nicht ganz so weit aufdrehen.
Genau das macht die Blende. Sie regelt die Menge an Licht, die in die Kamera fällt. Sie ist ähnlich der Iris in unserem Auge. Bei hellem Tageslicht schließt sie sich und die Pupille ist sehr klein und läßt nur wenig Licht durch. Bei Dämmerung öffnet sie sich und durch die große Pupille fällt viel Licht ein. Zurück zu unserem Beispiel und etwas Offensichtlichem. Öffne ich den Wasserhahn nur kurz, wird mein Glas nicht voll, warte ich zu lange, läuft es über. Das entspricht der Verschlußzeit oder Belichtungsdauer. Je länger Licht in die Kamera fällt, um so größer ist die Lichtmenge. Eigentlich ganz logisch. Nun zu etwas, was leicht übersehen wird, meinem Durst Wenn ich nur ein wenig durstig bin, brauche ich vieleicht nur ein hallbes Glas. Ist es jedoch so heiß wie in den letzten Tagen, trinke ich eher flaschenweise. In den "guten alten Zeiten" konnte man Filme mit unterschiedlichen Lichtempfindlichkeiten kaufen, z.B. ISO 100, 200 oder 400. Je empfindlicher der Film war, um so weniger Licht wurde benötigt, um ihn richtigt zu belichten. Bei der Digitalkamera wird mit diesem Wert bestimmt, wie stark das Licht verstärkt wird. Ähnlich eines Musikverstärkers. Ist die Aufnahme leise, muß man die Lautstärke aufdrehen. Alle drei Werte müssen in einem gleichmäßigen Verhältniss stehen. Wird ein Wert erhöht, muß einer oder beide anderen Werte verkleinert werden. In den meisten Kameras versucht eine Automatik den Idealwert zu finden und man muß sich um all das nicht kümmern. Viele Fotografen nutzen eine Halbautomatik, bei der sie einen der Werte ändern und die Kamera gleicht die anderen Werte aus. Und dann gibt es noch den Manuellen-Modus, hier kann man alle Werte selber einstellen. Aber warum sollte man die Werte selber einstellen? Jeder der Werte hat seine besonderen Eigenschaften und Vor- und Nachteile. Neben der Musik würden wir es auch rauschen und knacken, denn es werden auch die Störungen verstärkt. Auch bei der Kamera werden Störungen verstärkt und wer kennt nicht die besprenkelten Aufnahmen. Je Kleiner also der ISO-Wert um so weniger Bildrauschen und je Höher um so mehr Lichtempfindlichkeit. Nun strecke einmal deinen Arm aus, Daumen hoch und Muskeln anspannen. Wenn Du jetzt auf deine Daumenspitze achtest, siehst du wie du zitterst. Und damit sind wir beim Verwackeln und der Verschlußzeit. Ganz einfach, je kürzer die Belichtungszeit um so verwacklungsfreier die Aufnahme. Dabei spielt auch der Zoomfaktor/Brennweite eine Rolle. Je näher wir ein Objekt heranholen desto deutlich fällt unser Zittern auf. Nun wird der ein oder andere sagen, das seine Kamera einen Bildstabilisator hat, der das Zittern ausgleicht. Das ist schon ganz schön, jedoch gibt es neben dem verwackeln durch die Kamera, auch das Verwackeln durch das schnelle Bewegen des fotografierten Motives. Das kann der Bildstabilisator nicht ausgleichen. Doch genau diese Bewegungsunschärfe kann als Effekt sogar gewünscht sein. Zum Beispiel kann man Wasser einfrieren oder geschmeidigt fließen lassen. ![]() Kommen wir zum letzten Wert, der Blende und damit zur Schärfentiefe. Nicht alles auf einem Foto ist scharf, sondern nur das, was im Fokus liegt. Und je weiter ein Punkt davon enfernt ist, desto unschärfer wird er. Der Bereich, den wir noch als scharf empfinden, nennt man Schärfentiefe und diese wird durch die Blende beeinflußt. Nicht ganz physikalisch genau, aber etwas anschaulich, erklärt die kleine Grafik warum. ![]() Der rote Punkt (links) liegt genau im Fokus der Schärfeebene (rechts). Der blaue Punkt liegt außerhalb. Bei kleiner Blende ist jedoch der Abbildungsbereich des blauen Punktes aud der Schärfeebene wesentlich kleiner und wirkt damit schärfer, als bei einer großen Blende. Also je kleiner die Blende (je größer die Blendenzahl), um so größer die Schärfentiefe und damit die Gesamtschärfe. Aber gerade die Schärfetiefe wird gerne auch als Stielmittel eingesetzt, um ein Motiv besonders zu betonen. ![]() Zusammengefaßt: Um ein besonders scharfes Bild zu bekommen, muß die Empfindlichkeit niedrig, die Verschlußzeit kurz und die Blende klein sein. Aber das heißt auch, wir brauchen viel Licht. Und das ist der Grund, warum Fotos an hellen, sonnigen Tagen eher was werden, als Aufnahmen in halbdunklen Kneipen. Aber glücklicherweise gibt es dann ja noch den Blitz um mehr Licht zu bekommen. Aber warum das dann nicht immer so aussieht wie man es sich vorstellt, erkläre ich ein anderes mal. P.S.: Falls Du Lust hast und deine Kamera die Möglichkeit bietet, stelle sie mal auf Blendenautomatik. Nun kannst Du die Blende frei wählen und die Kamera stellt automatisch die korrekte Verschlußzeit ein. Viel Spaß beim Experimentieren. Trackbacks
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